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Schon vor der Jahrtausendwende prallten hier die Volksstämme der
Sachsen und Franken in heftigen Kämpfen zusammen und führten blutige
Kriege. Jahrhunderte vor der Besiedlung war dieses Grenzgebiet bereits
Zankapfel zwischen den Grafen der Freigrafschaft Wittgenstein-Berleburg
und den Herrschern des Herzogtums Westfalen, dem Erzbischof von Köln.
Der Wild- und Forstbann führte Ende des 16.Jahrhunderts zum “Winterberger
Streit”. Regelmäßig wurden die wittgenstein`schen Zollstöcke und
Schlagbäume von den Winterbergern zerschlagen. Durch einen politischen
Schachzug ließ der damalige Graf Casimir zu Sayn-Wittgenstein in
Berleburg im Jahre 1713 “den hohen Norden” mit den Ortschaften Neuastenberg,
Langewiese, Hoheleye und Mollseifen besiedeln.
Der Name Langewiese ist entstanden aus einer Flurbezeichnung für
eine im Wald gelegene, schmale und lange Lichtung, die mit Gras bewachsen
war. Durch diese wittgenstein`schen Neuansiedlungen gewann der Streit
an Bedeutung. Abschließende Verhandlungen führten 1783 zur Beilegung
des Winterberger Streits. Ursprünglich spricht man den ganzen Nordzipfel
des Rothaargebirges als westfälisch an. Hier haben wir aber den einzigen
Fall, in dem die Wasserscheide (Lenne und Odeborn) sekundär und erst
in jüngerer Zeit grenzbildend gewirkt hat. Auch die hoch- und niederdeutsche
Sprachgrenze zeigt den Grenzverlauf. Die konfessionelle Spaltung
in eine katholische und evangelische Hälfte, welche sich mit der
mundartlichen Unterscheidung deckt, gibt eine weitere Stütze für
die unterschiedliche Herkunft der Ansiedler.So wehrten sich Katholiken
im Jahre 1756 nachdrücklich gegen die Einschreibung ihrer Kinder
beim protestantischen Lehrer. Bis nach dem Zweiten Weltkrieg gab
es im vergleichsweise kleinen Ort Langewiese stets eine evangelische
und eine katholische Schule.
(Verkehrs- und Heimatverein Langewiese e.V.)
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In den kleinen, einsamen Dörfern um den Kahlen Asten herum ist das Leben nie leicht gewesen. Der Boden ist karg, die Arbeit im Wald schwer und die hier leben, müssen ihr Brot im Schweiße des Angesichts essen. Hart und lang ist hier der Winter, in dessen Verlauf die Dörfer oftmals eingeschneit und von der Außenwelt abgeschnitten sind.
Diese Verhältnisse führten schon vor Jahrhunderten dazu, dass sich hier im Hochsauerland und im Wittgensteiner Land eine "Heimindustrie" entwickelte. Fast in jedem Haus saßen in den Wintermonaten die Männer und die heranwachsenden, oft noch schulpflichtigen Jungen hinter dem Werkeltisch bei der Unschlittkerze, später dann bei der Petroliumlampe und der Glühbirne und schnitzten Holzlöffel. Ahorn und Buche lieferten den Werkstoff, Stecheisen und Holzhammer waren die Werkzeuge. Je nach Geschicklichkeit brachte es der einzelne Mann auf 30 oder noch mehr Löffel täglich. Im Frühjahr legten die Schnitzer ihr Werkzeug beiseite, schnallten sich eine große "Kiepe" auf den Rücken, füllten sie bis oben hin mit ihren Löffeln und wanderten hinunter in die Ebene. Durch das Münsterland, ins Rheinland, bis nach Holland und Frankreich hinein zogen sie als "Kiepenkerle" von Dorf zu Dorf und von Stadt zu Stadt, um ihre selbstgefertigten Löffel zu verkaufen.
Zeitungsbericht aus den 50iger Jahren
Einer der letzten Löffelschnitzer lebte in Langewiese und hieß Johann Trippe - mit Hausnamen "Schreben Johann" (1877 bis 1961).
Wechselbilder
von "Früher und
Heute" |

damals Gasthof Gerke
(heute Landgasthof Gilsbach)




